Was wechselt überhaupt?
Ein Domaintransfer zum neuen Registrar, ein Wechsel der autoritativen Nameserver, ein neuer Webhoster und ein neuer Mailanbieter sind unterschiedliche Vorhaben. Schreiben Sie vor dem Start auf, welche davon tatsächlich beauftragt sind. Ein neues Website-Hosting erfordert nicht automatisch einen neuen Mailanbieter.
Unser empfohlenes Übergabeprotokoll beginnt daher mit vier Zeilen: Domainverwaltung, DNS, Website und E-Mail. Zu jeder Zeile gehören bisheriger Anbieter, künftiger Anbieter, verantwortliche Person und benötigte Zugänge. So wird aus der Aussage „Die Domain zieht um“ ein konkreter Änderungsumfang.
Bestand sichern
Namen, Werte, TTL, Dienst und Verantwortliche dokumentieren.
Ziele umstellen
Nur vereinbarte Änderungen durchführen und den Betrieb prüfen.
Altbestand schließen
Verweise und Zugänge bereinigen, danach alte Ressourcen freigeben.
Ein überprüfbarer neuer Stand
Neue Ziele sind bestätigt, benötigte Maildienste bleiben erhalten und für abgeschaltete Dienste existieren keine unbeabsichtigten Verweise.
Arbeitsmodell für einen kontrollierten Wechsel. DNS-Bestand, Umschaltung und Stilllegung werden separat freigegeben.
Mail und andere Abhängigkeiten ausdrücklich erhalten
Ein automatischer DNS-Import sollte mit dem Bestand abgeglichen werden. Cloudflare weist darauf hin, dass Einträge für die verwendeten Dienste geprüft und Mailwerte beim jeweiligen Anbieter bestätigt werden müssen.
Sichern Sie die alte Zone vor der Änderung und ordnen Sie unbekannte Einträge zu. Insbesondere eine neue Agentur sollte nicht entscheiden müssen, ob ein kryptischer TXT-Wert noch gebraucht wird. Bitten Sie die zuständige Person um eine belegte Entscheidung. „Unbekannt“ ist kein ausreichender Löschgrund. [1]
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.
| Eintrag oder Bereich | Vor dem Wechsel klären | Abnahme |
|---|---|---|
| A, AAAA und CNAME der Website | Welche Namen zeigen auf die neue Website? | Hauptadresse, www und vereinbarte Subdomains prüfen. |
| MX und Mail-Zielnamen | Bleibt der bisherige Mailanbieter bestehen? | Empfang und Versand mit freigegebenen Tests bestätigen. |
| SPF, DKIM und DMARC | Welche aktiven Versanddienste benötigen diese Werte? | Absendernachweise je Versandweg kontrollieren. |
| Dienst- und Verifikationswerte | Welcher Dienst und welches Konto gehören dazu? | Behalten, ersetzen oder begründet entfernen. |
| DNSSEC und Delegation | Wechseln Nameserver oder Signierschlüssel? | Vertrauenskette und Auflösung gesondert prüfen. |
Eine kurze TTL ersetzt keine Zeitplanung
Die TTL beschreibt, wie lange ein DNS-Ergebnis zwischengespeichert werden darf. Eine spätere Verkürzung löscht bereits gespeicherte Antworten nicht rückwirkend.
Planungsbeispiel, keine allgemeine Frist: Ein Record hat bisher 3.600 Sekunden TTL und soll künftig 300 Sekunden verwenden. Wer ihn erst im Moment der Umschaltung verkürzt, hat die vorherige Stunde möglicher Zwischenspeicherung nicht beseitigt. Planen Sie die Änderung vorab und halten Sie den alten Dienst für einen vereinbarten Übergang verfügbar. Andere Cache-Ebenen, Nameserverdelegation und DNSSEC können eigene Zeitwerte haben. [2]
Alte Subdomains nicht auf freigegebene Dienste zeigen lassen
Bleibt ein DNS-Verweis auf eine aufgegebene, bei einem Anbieter erneut belegbare Ressource bestehen, kann eine Subdomain-Übernahme möglich werden. Ein nicht auflösbares Ziel allein beweist diese Übernehmbarkeit nicht.
Führen Sie für auslaufende Dienste eine kurze Liste: Name, Ziel, bisheriges Konto, zuständige Person und Abschaltentscheidung. Ändern oder entfernen Sie den Verweis kontrolliert, berücksichtigen Sie verbliebene Cache-Zeiten und geben Sie erst danach die zugehörige alte Ressource frei. Prüfen Sie anschließend auch Links in Anwendungen und Dokumenten. Neue Dienste mit demselben Namen dürfen dabei nicht versehentlich abgeschaltet werden. [3]
DNSSEC gehört in den Wechselplan
Bei einem Nameserverwechsel müssen der DS-Eintrag der übergeordneten Zone und die DNSSEC-Schlüssel zusammenpassen. Eine veraltete Vertrauenskette kann validierende Resolver mit SERVFAIL scheitern lassen.
Lassen Sie den konkreten Wechselablauf vom DNS-Verantwortlichen planen. Je nach Anbieter ist eine koordinierte Migration mit aktiver Signierung möglich. Andernfalls gehören zeitlich abgestimmte Deaktivierung und erneute Aktivierung in denselben Auftrag. DNSSEC dauerhaft abzuschalten ist keine saubere Abschlussmaßnahme. Bei einem reinen Website-Umzug ohne DNS-Betreiber- oder Schlüsselwechsel ist zunächst zu klären, ob die Vertrauenskette überhaupt geändert werden muss. [4] [5]
Den Umzug erst nach der Abnahme schließen
Ein Screenshot der neuen Startseite ist nur ein Teil der Abnahme. Legen Sie einen Prüfzeitpunkt, einen Verantwortlichen und einen Rückfallweg fest. Das Protokoll sollte zeigen, was geprüft wurde und welcher Punkt noch offen ist. Eine nicht ausgeführte Mailprüfung wird als offen vermerkt.
- DNS-Bestand vor und nach dem Wechsel vergleichen.
- Website, www, Weiterleitungen und vereinbarte Subdomains aufrufen.
- Freigegebene Mailtests und Absenderprüfung dokumentieren.
- DNSSEC und Delegation prüfen, sofern sie betroffen sind.
- Alte Verweise und anschließend ungenutzte Ressourcen kontrolliert entfernen.
- Nicht mehr benötigte Agenturzugänge und API-Schlüssel entziehen.
- Neue Verantwortliche und einen erneuten Kontrolltermin festhalten.
DNS-Übergabeprotokoll zum Ausfüllen
Halten Sie den Wechsel in einem gemeinsamen Protokoll fest. Die CSV-Vorlage enthält Bereiche für Website, E-Mail, Verifikationswerte und DNSSEC. Tragen Sie für jeden tatsächlich verwendeten DNS-Eintrag eine eigene Zeile ein. Die Vorlage enthält keine Prüfergebnisse und führt keine Abfragen oder Änderungen aus.
Übernehmen Sie aktuelle und geplante Werte aus den zuständigen Anbieterkonten. Dokumentieren Sie die Freigabe, das erwartete Ergebnis und den tatsächlichen Nachweis. Ein nicht durchgeführter Test bleibt offen; eine kurze TTL oder eine erreichbare Startseite ersetzt keine vollständige Abnahme.
Speichern Sie die ausgefüllte Datei in Ihrer eigenen geschützten Ablage. Keine Passwörter, API-Schlüssel oder anderen Zugangsdaten eintragen. Infrastrukturdetails gehören nicht in das öffentliche Kontaktformular. [1] [2] [3] [5]
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.
| Bereich | Vor der Änderung festhalten | Nach der Änderung belegen |
|---|---|---|
| Website und www | Namen, bisherige und geplante Ziele, Verantwortliche | Erreichbarkeit und vereinbarte Weiterleitungen |
| MX sowie SPF, DKIM und DMARC je Versandweg | Freigegebene Empfangs- und Versandtests; Absenderprüfung | |
| Weitere Dienste | Zweck und zuständiges Konto jedes Verifikationswerts | Bestätigte Entscheidung: behalten, ändern oder entfernen |
| DNSSEC und Altbestand | Delegation, betroffene Schlüssel, Abschalt- und Rückfallplan | Konsistente Auflösung; alte Verweise kontrolliert bereinigt |
Nach dem Nameserverwechsel kommen keine E-Mails an?
Grenzen Sie zuerst ein, ob Empfang, Versand oder nur ein einzelner Versanddienst betroffen ist. Halten Sie Zeitpunkt und genaue Fehlermeldung fest. Prüfen Sie dann die neue autoritative DNS-Zone gegen den gesicherten Bestand und die Vorgaben des Mailanbieters.
Ändern Sie nicht mehrere Schutzregeln auf Verdacht. Eine Zustellstörung rechtfertigt weder ein pauschales Abschalten von DMARC noch das Löschen unbekannter Einträge. Halten Sie die Ursache, die gezielte Korrektur und das Ergebnis getrennt fest. [1] [2] [4] [5]
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.
| Beobachtung | Zuerst prüfen | Danach belegen |
|---|---|---|
| Website lädt, E-Mail-Empfang fehlt | Sind MX und deren Zielnamen in der aktiven Zone korrekt? | Freigegebenen Empfangstest und Providerstatus prüfen. |
| Versand kommt an, Authentifizierung scheitert | Passen SPF und DKIM zum betroffenen Versanddienst? | Originalheader auf SPF, DKIM und DMARC-Alignment prüfen. |
| DNS-Antwort lautet SERVFAIL | Stimmen Delegation, DS und DNSSEC-Signaturen zusammen? | Vertrauenskette gezielt prüfen; nicht nur auf Cacheablauf warten. |
| Nur manche Netze zeigen den alten Stand | Autoritative Antworten und zwischengespeicherte Antworten unterscheiden. | TTL, Abfragezeit und Resolver dokumentieren. |
