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DNS-Umzug: Checkliste für Website und E-Mail

Website umziehen, E-Mail erhalten: DNS-Checkliste mit CSV-Vorlage für MX, SPF, DKIM, DMARC und DNSSEC – plus Prüfreihenfolge bei Mailproblemen nach dem Wechsel.

Redaktion: CyberkernQuellen geprüft: Veröffentlicht:

Was wechselt überhaupt?

Ein Domaintransfer zum neuen Registrar, ein Wechsel der autoritativen Nameserver, ein neuer Webhoster und ein neuer Mailanbieter sind unterschiedliche Vorhaben. Schreiben Sie vor dem Start auf, welche davon tatsächlich beauftragt sind. Ein neues Website-Hosting erfordert nicht automatisch einen neuen Mailanbieter.

Unser empfohlenes Übergabeprotokoll beginnt daher mit vier Zeilen: Domainverwaltung, DNS, Website und E-Mail. Zu jeder Zeile gehören bisheriger Anbieter, künftiger Anbieter, verantwortliche Person und benötigte Zugänge. So wird aus der Aussage „Die Domain zieht um“ ein konkreter Änderungsumfang.

Ein Umzug, drei getrennte Entscheidungen
  1. Bestand sichern

    Namen, Werte, TTL, Dienst und Verantwortliche dokumentieren.

  2. Ziele umstellen

    Nur vereinbarte Änderungen durchführen und den Betrieb prüfen.

  3. Altbestand schließen

    Verweise und Zugänge bereinigen, danach alte Ressourcen freigeben.

Ein überprüfbarer neuer Stand

Neue Ziele sind bestätigt, benötigte Maildienste bleiben erhalten und für abgeschaltete Dienste existieren keine unbeabsichtigten Verweise.

Arbeitsmodell für einen kontrollierten Wechsel. DNS-Bestand, Umschaltung und Stilllegung werden separat freigegeben.

Mail und andere Abhängigkeiten ausdrücklich erhalten

Ein automatischer DNS-Import sollte mit dem Bestand abgeglichen werden. Cloudflare weist darauf hin, dass Einträge für die verwendeten Dienste geprüft und Mailwerte beim jeweiligen Anbieter bestätigt werden müssen.

Sichern Sie die alte Zone vor der Änderung und ordnen Sie unbekannte Einträge zu. Insbesondere eine neue Agentur sollte nicht entscheiden müssen, ob ein kryptischer TXT-Wert noch gebraucht wird. Bitten Sie die zuständige Person um eine belegte Entscheidung. „Unbekannt“ ist kein ausreichender Löschgrund. [1]

Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.

Kompakte DNS-Übergabe: Einträge nach ihrem Zweck prüfen
Eintrag oder BereichVor dem Wechsel klärenAbnahme
A, AAAA und CNAME der WebsiteWelche Namen zeigen auf die neue Website?Hauptadresse, www und vereinbarte Subdomains prüfen.
MX und Mail-ZielnamenBleibt der bisherige Mailanbieter bestehen?Empfang und Versand mit freigegebenen Tests bestätigen.
SPF, DKIM und DMARCWelche aktiven Versanddienste benötigen diese Werte?Absendernachweise je Versandweg kontrollieren.
Dienst- und VerifikationswerteWelcher Dienst und welches Konto gehören dazu?Behalten, ersetzen oder begründet entfernen.
DNSSEC und DelegationWechseln Nameserver oder Signierschlüssel?Vertrauenskette und Auflösung gesondert prüfen.

Eine kurze TTL ersetzt keine Zeitplanung

Die TTL beschreibt, wie lange ein DNS-Ergebnis zwischengespeichert werden darf. Eine spätere Verkürzung löscht bereits gespeicherte Antworten nicht rückwirkend.

Planungsbeispiel, keine allgemeine Frist: Ein Record hat bisher 3.600 Sekunden TTL und soll künftig 300 Sekunden verwenden. Wer ihn erst im Moment der Umschaltung verkürzt, hat die vorherige Stunde möglicher Zwischenspeicherung nicht beseitigt. Planen Sie die Änderung vorab und halten Sie den alten Dienst für einen vereinbarten Übergang verfügbar. Andere Cache-Ebenen, Nameserverdelegation und DNSSEC können eigene Zeitwerte haben. [2]

Alte Subdomains nicht auf freigegebene Dienste zeigen lassen

Bleibt ein DNS-Verweis auf eine aufgegebene, bei einem Anbieter erneut belegbare Ressource bestehen, kann eine Subdomain-Übernahme möglich werden. Ein nicht auflösbares Ziel allein beweist diese Übernehmbarkeit nicht.

Führen Sie für auslaufende Dienste eine kurze Liste: Name, Ziel, bisheriges Konto, zuständige Person und Abschaltentscheidung. Ändern oder entfernen Sie den Verweis kontrolliert, berücksichtigen Sie verbliebene Cache-Zeiten und geben Sie erst danach die zugehörige alte Ressource frei. Prüfen Sie anschließend auch Links in Anwendungen und Dokumenten. Neue Dienste mit demselben Namen dürfen dabei nicht versehentlich abgeschaltet werden. [3]

DNSSEC gehört in den Wechselplan

Bei einem Nameserverwechsel müssen der DS-Eintrag der übergeordneten Zone und die DNSSEC-Schlüssel zusammenpassen. Eine veraltete Vertrauenskette kann validierende Resolver mit SERVFAIL scheitern lassen.

Lassen Sie den konkreten Wechselablauf vom DNS-Verantwortlichen planen. Je nach Anbieter ist eine koordinierte Migration mit aktiver Signierung möglich. Andernfalls gehören zeitlich abgestimmte Deaktivierung und erneute Aktivierung in denselben Auftrag. DNSSEC dauerhaft abzuschalten ist keine saubere Abschlussmaßnahme. Bei einem reinen Website-Umzug ohne DNS-Betreiber- oder Schlüsselwechsel ist zunächst zu klären, ob die Vertrauenskette überhaupt geändert werden muss. [4] [5]

Den Umzug erst nach der Abnahme schließen

Ein Screenshot der neuen Startseite ist nur ein Teil der Abnahme. Legen Sie einen Prüfzeitpunkt, einen Verantwortlichen und einen Rückfallweg fest. Das Protokoll sollte zeigen, was geprüft wurde und welcher Punkt noch offen ist. Eine nicht ausgeführte Mailprüfung wird als offen vermerkt.

  • DNS-Bestand vor und nach dem Wechsel vergleichen.
  • Website, www, Weiterleitungen und vereinbarte Subdomains aufrufen.
  • Freigegebene Mailtests und Absenderprüfung dokumentieren.
  • DNSSEC und Delegation prüfen, sofern sie betroffen sind.
  • Alte Verweise und anschließend ungenutzte Ressourcen kontrolliert entfernen.
  • Nicht mehr benötigte Agenturzugänge und API-Schlüssel entziehen.
  • Neue Verantwortliche und einen erneuten Kontrolltermin festhalten.

DNS-Übergabeprotokoll zum Ausfüllen

Halten Sie den Wechsel in einem gemeinsamen Protokoll fest. Die CSV-Vorlage enthält Bereiche für Website, E-Mail, Verifikationswerte und DNSSEC. Tragen Sie für jeden tatsächlich verwendeten DNS-Eintrag eine eigene Zeile ein. Die Vorlage enthält keine Prüfergebnisse und führt keine Abfragen oder Änderungen aus.

Übernehmen Sie aktuelle und geplante Werte aus den zuständigen Anbieterkonten. Dokumentieren Sie die Freigabe, das erwartete Ergebnis und den tatsächlichen Nachweis. Ein nicht durchgeführter Test bleibt offen; eine kurze TTL oder eine erreichbare Startseite ersetzt keine vollständige Abnahme.

Speichern Sie die ausgefüllte Datei in Ihrer eigenen geschützten Ablage. Keine Passwörter, API-Schlüssel oder anderen Zugangsdaten eintragen. Infrastrukturdetails gehören nicht in das öffentliche Kontaktformular. [1] [2] [3] [5]

Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.

Diese Angaben machen den Wechsel nachvollziehbar
BereichVor der Änderung festhaltenNach der Änderung belegen
Website und wwwNamen, bisherige und geplante Ziele, VerantwortlicheErreichbarkeit und vereinbarte Weiterleitungen
E-MailMX sowie SPF, DKIM und DMARC je VersandwegFreigegebene Empfangs- und Versandtests; Absenderprüfung
Weitere DiensteZweck und zuständiges Konto jedes VerifikationswertsBestätigte Entscheidung: behalten, ändern oder entfernen
DNSSEC und AltbestandDelegation, betroffene Schlüssel, Abschalt- und RückfallplanKonsistente Auflösung; alte Verweise kontrolliert bereinigt

DNS-Übergabeprotokoll herunterladen (CSV)

Nach dem Nameserverwechsel kommen keine E-Mails an?

Grenzen Sie zuerst ein, ob Empfang, Versand oder nur ein einzelner Versanddienst betroffen ist. Halten Sie Zeitpunkt und genaue Fehlermeldung fest. Prüfen Sie dann die neue autoritative DNS-Zone gegen den gesicherten Bestand und die Vorgaben des Mailanbieters.

Ändern Sie nicht mehrere Schutzregeln auf Verdacht. Eine Zustellstörung rechtfertigt weder ein pauschales Abschalten von DMARC noch das Löschen unbekannter Einträge. Halten Sie die Ursache, die gezielte Korrektur und das Ergebnis getrennt fest. [1] [2] [4] [5]

Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.

Symptom, erster Abgleich und nächster Nachweis
BeobachtungZuerst prüfenDanach belegen
Website lädt, E-Mail-Empfang fehltSind MX und deren Zielnamen in der aktiven Zone korrekt?Freigegebenen Empfangstest und Providerstatus prüfen.
Versand kommt an, Authentifizierung scheitertPassen SPF und DKIM zum betroffenen Versanddienst?Originalheader auf SPF, DKIM und DMARC-Alignment prüfen.
DNS-Antwort lautet SERVFAILStimmen Delegation, DS und DNSSEC-Signaturen zusammen?Vertrauenskette gezielt prüfen; nicht nur auf Cacheablauf warten.
Nur manche Netze zeigen den alten StandAutoritative Antworten und zwischengespeicherte Antworten unterscheiden.TTL, Abfragezeit und Resolver dokumentieren.

Quellen

  1. Cloudflare · Change your nameservers
  2. Cloudflare · Time to Live (TTL)
  3. Microsoft · Prevent dangling DNS entries and avoid subdomain takeover
  4. Cloudflare · DNSSEC
  5. Cloudflare · DNSSEC migration tutorial
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